Vikram-1: Das indische Startup setzt auf Orbit

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HYDERABAD, Indien. Als ich Skyroot Aerospace im Februar besuchte, war die Rakete noch nicht fertig. Nicht einmal annähernd.

Im Inneren der riesigen Raketenfabrik. 55.000 Quadratmeter Lärm und Konzentration. Ingenieure starrten auf Bildschirme. Simulationen ausführen. Überprüfung der Systeme am Orbit Adjustment Module. Dies ist der flüssigkeitsbetriebene obere Teil von Vikram-1. Das Gehirn der Operation. Im Gegensatz zu den unteren drei Stufen. Die feste Brennstoffe wie Feuerwerkskörper verbrennen. Dieser Teil wird neu gestartet. Es manövriert. Es bringt Satelliten dorthin, wo sie eigentlich sein wollen.

Damals war es noch da. Warten auf eine Nacht-Lkw-Fahrt nach Sriharikota. Wo die unteren Stufen bereits geparkt waren.

Fünf Monate später.

Das Ding steht jetzt auf der Küstenplattform. Sieben Stockwerke hoch. Ungefähr zweihundert Leute sahen es sich an. Das ist ein Fünftel ihrer gesamten Belegschaft. Warten. Das Fenster öffnet am 12. Juli. Schließt am 4. August. Noch kein genauer Tag bekannt gegeben. Ich warte nur.

Wenn es funktioniert. Es schreibt Geschichte. Kein privates indisches Unternehmen hat einen Satelliten in die Umlaufbahn gebracht. Niemals.

Die Mission heißt Aagaman. Sanskrit für Ankunft. Die Nutzlast ist gemischt. Skyroots eigener SCOPE-Satellit. Eine deutsche Tech-Demo von DCUBED. SOLARAS S3 von Grahaa Space. Ein Roboterarm namens Embrace, der Weltraummüll aufnimmt. Und dann die seltsamen Dinge. Ein Schmuckstück in Form einer Blume. Kosmische Blüte genannt. Von Cosmos Diamonds. Eine winzige goldene Rakete aus 18-karätigem Metall. Vom Künstler Ajay Kumar Mattewada. Zu Ehren von Sarabhai. Raman. Kalam.

Es ist nicht nur Wissenschaft. Es ist Symbolik.

„Der Taximarkt ist das, was wir wirklich dominieren wollen.“

Pawan Kumar Chandana, CEO von Skyroot, vergleicht ihr Geschäftsmodell mit dem Transport. Sie können den Zug nehmen. Groß. Überfüllt. Fester Zeitplan. Das bedeutet, als sekundäre Nutzlast auf der Rakete eines anderen mitzufahren. Oder Sie nehmen das Taxi. Privat. Direkt. Du gehst wohin du willst.

Momentan. Das bietet in Indien niemand zuverlässig an. Rocket Lab macht es in Kalifornien. Skyroot möchte es hier tun.

Aagaman ist der erste Schritt. Ein Entwicklungsflug. Es wird noch zwei davon geben. Dann beginnt der kommerzielle Rollout. Das Ziel. Eine Orbitalrakete pro Monat. Von diesen Standorten in Hyderabad.

„Wir wollen so viele Daten wie möglich. Um schnell voranzukommen. Wirklich schnell.“ Chandana sagte es einfach.

Bereits im Jahr 2022 begannen sie von der Umlaufbahn zu träumen. Oder zumindest vom Beginn der Reise. Dann flog Vikram-S. Ein suborbitaler Sprung. Nur achtundachtzig Kilometer hoch. Unterhalb der realen Raumlinie? Je nachdem, wen Sie fragen. Aber es hat funktioniert. Es validierte achtzig Prozent der Technologie. Kohlenstoffstrukturen. Avionik. Hitzeschilde.

Vier Jahre später. Das Orbitaltier ist größer. Viermal so groß. Es muss eine Höhe von 280 Meilen erreichen. Und es muss schnell gehen. Acht Kilometer pro Sekunde. Oder das Zeug fällt herunter. Es muss die Stufen auf das Stichwort hin trennen. Dann zündet der oberste Motor. Wieder.

„Wir dachten vielleicht zwei Jahre“, gibt Chandana zu. „Drei Spitzen.“

Die Raketenwissenschaft lacht über den Optimismus.

„Wir haben spontan gelernt.“

Dafür hat er ISRO verlassen. Im Jahr 2018. Zusammen mit Mitbegründer Bharath Daka. Damals gab es hier nichts für private Raumfahrtunternehmen. Keine Richtlinie. Kein Zugriff auf die Pads. Nur ein Vertrauensvorschuss. Sie setzen auf den Äquator. Dort dreht sich die Erde am schnellsten. Ein freier Vorstoß in Richtung Weltraum. Sie setzen auf lokale Lieferanten. Ehemalige Regierungsingenieure.

Die Wette hat sich ausgezahlt. Die Regierung öffnete die Tür. IN-SPACe gestartet. Der private Sektor erhielt Zugang zu den Einrichtungen. Es ist nicht nötig, alles von Grund auf neu zu erstellen. Das Ökosystem explodierte. Mittlerweile vierhundert Startups. Eine Acht-Milliarden-Dollar-Industrie mit dem Ziel vierzig.

Skyroot ist drin. Nach einer neuen Finanzierungsrunde wurde der Wert zeitweise auf eine Milliarde Dollar geschätzt. Als nächstes wollen sie größere Raketen. Schwerere Nutzlasten. Wiederverwendbarkeit.

Aber gerade jetzt? Schauen Sie sich den Block in Sriharikota an.

Die Luft ist dicht. Maximaler Betriebsstress. Junge Ingenieure. Erster Start. Nerven? Wahrscheinlich. Aber auch Energie.

„Wir haben uns lange vorbereitet. Die Stimmung ist energiegeladen.“

Sie stehen da. Warten auf den Countdown.