Höhlenwände bewahren Geheimnisse: Alte menschliche DNA auf Felskunstoberflächen gefunden

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Denken Sie darüber nach, wie schwierig es ist, ein Gemälde mit seinem Maler in Verbindung zu bringen, wenn dieser vor fünftausend Jahren starb. Mit dieser Lücke hat die Archäologie seit jeher zu kämpfen. Wir haben die Artefakte, wir haben die Knochen, aber die beiden zu verbinden ist chaotisch. Insbesondere Felskunst war für Genetiker schon immer unerreichbar. Normalerweise ist kein Körper mit der Leinwand verbunden. Woher wissen wir also, wer das Pigment besaß?

Vielleicht können wir es jetzt.

Erster Kontakt

Forscher haben alte menschliche DNA direkt aus Höhlenwänden entnommen. Direkt von der Oberfläche. Es ist das erste Mal, dass jemand dieses Kunststück geschafft hat.

Ist das ein Beweis dafür, wer die Wände gestrichen hat? Nein. Noch nicht. Aber es beweist etwas anderes. Menschliches genetisches Material bleibt über Jahrtausende auf Felsoberflächen haften.

„Wir wissen, dass einige der Kunstwerke durch Aufblasen von Pigmenten oder durch direktes Reiben an die Wand entstanden sind. Angesichts der aktuellen DNA-Sensibilität dachten wir, warum es nicht versuchen?“

Dr. Hipólito Collado Gidaldo und sein Team aus Spanien, Portugal und Deutschland waren nicht auf der Suche nach Geistern. Sie suchten nach Kontaktspuren. Handabdrücke, Flecken, der physische Akt des Kunstschaffens. Wenn die Technik stimmt, bleibt die DNA.

Die Suche nach dem Signal

Das Team scannte vierundzwanzig Tafeln in elf Höhlen. Überwiegend rote Ockerflecken. Einige Punkte, einige Handschablonen, ein paar erkennbare Figuren. Sie testeten auch unbemalte Wände, Erde, Tierknochen und eine Vogelknochen-Airbrush aus der Altamira-Höhle.

Die Chancen standen gegen sie. Die Konservierung ist schwierig. Schmutz trägt Lärm, ein Durcheinander tierischer DNA von Mäusen und Vögeln und Dinge, die wir nicht einmal benennen können. Sie brauchten ein reines Signal.

Escoural Cave in Portugal hat es geliefert.

Eine Probe aus einer pigmentierten Kruste ergab menschliche DNA. Rein. Kein Tierlärm. Ein unbemalter Fleck in der Nähe zeigte dasselbe. Eine einfache Kontamination durch den Höhlenboden war somit ausgeschlossen. Jemand hat diese Wände berührt. Kürzlich genug in der Evolutionszeit, dass die Stränge überlebt haben.

An anderen Stellen war es trüber. Proben aus Escoural und der Covarón-Höhle zeigten gemischte Signale. Menschliche und tierische DNA sind miteinander verflochten. Vermutlich von schlammigen Füßen, die Sedimente in die Dunkelheit tragen.

Bei Covarón war die Genetik klarer. Westliche Jäger und Sammler, datiert zwischen 5.2000 und 16.000 v. Chr. Die DNA stammte von Frauen. Bei Escoural? Ein Mann.

Grenzen und Sprünge

Hier ist der Haken. Nur in einer bemalten Tafel fanden sie verwertbare menschliche DNA. Null aus dem Altamira-Vogelknochenwerkzeug.

Das bedeutet, dass Erfolg selten ist. Die Zeit zerstört. Die Studie kann noch nicht den Anspruch erheben, die tatsächlichen Künstler zu identifizieren. Vielleicht sind die Leute, deren DNA aufgetaucht ist, einfach durchgegangen. Touristen ab 5.000 v. Chr.

Alba Bossoms Mesa sieht darin eine neue Tür, keine Antwort.

„Es ist aufregend. Dies ist eine neue Möglichkeit, prähistorische Präsenz zu kartieren. Wir betrachten genetische Archive auf Stein.“

Dr. Matthias Meyer stimmt zu. Höhlenwände bestehen nicht nur aus Stein. Es handelt sich um biologische Speicherlaufwerke, wenn die Bedingungen stimmen. Die Variabilität ist hoch. Manchmal überlebt nichts. Manchmal reicht schon ein bisschen. Und wann?

Es erzählt eine Geschichte.

Der nächste Schritt

Die Methode ist grob. Die Erfolgsquote ist gering. In der nächsten Phase geht es darum, die Extraktion zu verfeinern, Höhlen mit besserer Molekularkonservierung ins Visier zu nehmen und sich auf Handschablonen oder figurative Kunst zu konzentrieren, bei denen Hautkontakt unvermeidlich war.

Werden wir den Malern endlich Namen nennen?

Vielleicht keine Namen. Aber vielleicht Identitäten. Vielleicht Geschlechter, oder zumindest ein genetischer Fingerabdruck, der eine bestimmte Population genau dort platziert, wo der Ocker auf die Wand trifft.

Es ist ein Anfang. Die Wände schweigen, aber sie erinnern sich. Wir müssen einfach genauer hinhören. 🧬🏺

A. Bossoms Mesa et. al. (2026) Untersuchung der Erhaltung alter menschlicher DNA, Nat Commun.