Neuroplastizität klingt nach Fachjargon. Das ist es nicht. Es liegt nur daran, dass Ihr Gehirn immer besser darin wird, nützlich zu sein.
Wenn Sie sich jemals gefragt haben, wie das Gehirn neue Verbindungen herstellt, finden Sie hier in den ruhigen Momenten die Antwort. Es passiert, wenn Sie eine neue Fähigkeit erlernen. Oder wenn Sie einen Schlaganfall überleben. Der Begriff selbst, ausgesprochen Nur-roh-pla-STISS-ih-tee, bezieht sich auf die Anpassungsfähigkeit des Nervensystems. Es baut neue Wege auf und stärkt die alten, die noch funktionieren.
Was Neuroplastizität wirklich für Ihr tägliches Leben bedeutet
Stellen Sie sich Ihr Nervensystem wie eine Autobahn vor. Der Verkehr bewegt sich seit Jahrzehnten auf bestimmten Wegen. Dann geht etwas kaputt. Vielleicht ein Unfall, vielleicht die Zeit selbst.
Die Straßen bleiben nicht einfach ruiniert. Das System leitet um.
Neuroplastizität ist diese Umleitung. Es kommt sicherlich nach Verletzungen vor. Ein Hirntrauma verändert die Dinge. Aber es passiert auch beim normalen Lernen. Lesen Sie diesen Satz? Das ist ein Training. Möglicherweise bauen Sie allein durch die Verarbeitung dieser Wörter nachhaltige Gehirnverbindungen auf. Es ist kein Labor erforderlich. Es erfordert nur Aufmerksamkeit.
Allein durch das Lesen dieser Definition gestalten Sie Ihre neuronale Architektur aktiv um.
Warum Ihr Gehirn mit zunehmendem Alter flexibel bleibt
Die alte Wissenschaft war starr. Buchstäblich. Früher glaubten Forscher, Neuroplastizität bei Erwachsenen sei ein Mythos. Die alte Theorie besagte, dass sich Ihr Gehirn erst in der Kindheit selbst reparierte. Sobald Sie dreißig erreicht hatten, war die Verkabelung abgeschlossen. Der Kunststoff härtete aus.
Diese Ansicht war falsch.
Neue Studien zeigen, dass sich alternde Gehirne im Laufe des Lebens anpassen. Ehrlich gesagt ist es eine Erleichterung. Es bedeutet, dass der Wandel nicht hinter der Pforte der Jugend verschlossen bleibt. Das bedeutet, dass Sie nicht mehr in den mentalen Gewohnheiten von vor zehn Jahren stecken bleiben. Die Fähigkeit zur Neuverkabelung ist immer vorhanden und wartet auf ihren Einsatz.
Ist Ihr Gehirn also so formbar, wie Sie denken? Vielleicht nicht so weich wie Kitt. Aber weitaus flexibler, als es die Lehrbücher früher behaupten. Die Veränderung geschieht. Normalerweise ist es ruhig und oft unbemerkt, bis sich das Verhalten tatsächlich ändert.
