Eine große Naturschutzmaßnahme in Wrexham wurde möglicherweise durch die unerwartete Entwässerung des Nant-y-Ffrith-Reservoirs zunichte gemacht. Freiwillige der Wrexham Toad Patrols berichten, dass etwa 1.000 Brutkröten umgekommen sein könnten, nachdem der Wasserversorger Hafren Dyfrdwy das Gelände während des Höhepunkts der Brutzeit geräumt hatte.
Eine Saison harter, ungeschehener Arbeit
Seit Monaten arbeiten engagierte Freiwillige daran, das Überleben der lokalen Amphibienpopulation zu sichern. Jedes Jahr zwischen Februar und Mai unterstützen Mitglieder der Toad Patrols die Tiere dabei, die stark befahrene Straße A525 zu überqueren, um zu ihren angestammten Brutstätten am Stausee zu gelangen.
Dieses Jahr verlief für die Gruppe besonders erfolgreich:
– Erhöhte Beteiligung: Durch den Anstieg der Freiwilligen konnte das Team fast 1.500 Amphibien unterstützen.
– Erfolgsquote: Das war viermal so viel wie im Vorjahr.
– Zeitpunkt: Die Kröten waren nur noch wenige Wochen davon entfernt, ihren Brutzyklus abzuschließen und den Standort zu verlassen.
Die plötzliche Stille am Stausee hat die Freiwilligen jedoch zutiefst beunruhigt. „Die Männchen sind sehr lautstark, sodass man sie normalerweise hören kann. Es war still“, bemerkte die Freiwillige Becky Wiseman. Bei der Inspektion des Geländes berichteten die Streifenpolizisten, dass sie keine Lebenszeichen gesehen hätten.
Der Konflikt zwischen Infrastruktur und Ökologie
Das Reservoir wurde von Hafren Dyfrdwy entleert, um das zu ermöglichen, was das Unternehmen als „wesentliche Sicherheitsverbesserungen“ bezeichnet. Der Energieversorger betont, dass die Arbeiten von entscheidender Bedeutung sind, um sicherzustellen, dass das Reservoir sicher bleibt und die strengen betrieblichen Anforderungen für die örtliche Trinkwasserversorgung erfüllt.
Der Zeitpunkt der Instandhaltung scheint jedoch nur unzureichend auf die Bedürfnisse des lokalen Ökosystems abgestimmt worden zu sein. Freiwillige argumentieren, dass die Kröten bei einer Verzögerung der Arbeiten um nur vier bis sechs Wochen mit der Laichlegung fertig wären und sich in Kröten verwandelt hätten, sodass sie das Wasser vor Beginn der Wartungsarbeiten verlassen könnten.
„Wenn wir davon gewusst hätten, hätten wir Maßnahmen ergreifen können, um Todesfälle zu verhindern.“ — Ella Thisleton, Freiwillige
Warum das wichtig ist: Ein rückläufiger Trend
Dieser Vorfall ist keine isolierte Tragödie, sondern ein Rückschlag in einem viel größeren Umweltkampf. Nach Angaben der Naturschutzorganisation Froglife sind die Erdkrötenpopulationen im gesamten Vereinigten Königreich in den letzten 40 Jahren um 41 % zurückgegangen.
Der Rückgang ist größtenteils zurückzuführen auf:
– Lebensraumverlust: Das Verschwinden von Gartenteichen hat dazu geführt, dass viele Arten keinen sicheren Brutplatz mehr haben.
– Fragmentierte Ökosysteme: Da natürliche Lebensräume schrumpfen, werden vom Menschen geschaffene Standorte wie Stauseen zu „kritischen Lebensadern“ für die Artenvielfalt.
– Eingriff des Menschen: Die Spannung zwischen der Aufrechterhaltung wesentlicher menschlicher Infrastruktur (wie der Wasserversorgung) und der Erhaltung der Lebensräume wild lebender Tiere nimmt zu.
Über die Kröten hinaus gibt es wachsende Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen des Stausees auf die lokale Vogelpopulation, darunter Brachvögel und Gänse, die auf das Gebiet als Lebensraum angewiesen sind.
Wir freuen uns
Hafren Dyfrdwy hat erklärt, dass sie derzeit zusammen mit Ökologen vor Ort die Situation prüfen, um die vollen Auswirkungen der Entwässerung zu verstehen. Für die Wrexham Toad Patrols liegt der Fokus nun auf der Ungewissheit der nächsten Brutsaison und der Notwendigkeit einer besseren Kommunikation zwischen Energieversorgern und Naturschützern.
Der Vorfall unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer besseren Synchronisierung zwischen der Wartung der wesentlichen Infrastruktur und den saisonalen Zyklen der Tierwelt, die auf genau diese Ressourcen angewiesen ist.




















