Das Tierreich überrascht Wissenschaftler auch im Jahr 2025 mit neu entdeckten Verhaltensweisen, die komplexe soziale Interaktionen, unerwartete Intelligenz und bisher unbekannte Kommunikationsmethoden offenbaren. Diese Erkenntnisse stellen alte Annahmen über die Wahrnehmung und die sozialen Strukturen von Tieren in Frage.
Maus „Erste Hilfe“: Fürsorge über den Instinkt hinaus
Forscher beobachteten ein bemerkenswertes Verhalten bei Mäusen: offensichtliche Versuche, bewusstlose Käfigkameraden wiederzubeleben. Man beobachtete, wie Mäuse an den Zungen reaktionsloser Artgenossen zogen und scheinbar versuchten, ihre Atemwege freizumachen. Dies deutet darauf hin, dass fürsorgliches Verhalten bei Nagetieren möglicherweise weitaus häufiger vorkommt als bisher angenommen. Dies stellt die Vorstellung in Frage, dass solche Aktionen ausschließlich komplexeren Arten vorbehalten sind. Es wirft Fragen zu den evolutionären Wurzeln von Empathie und gegenseitiger Fürsorge innerhalb von Säugetiergemeinschaften auf.
Delfine kommunizieren mit Urin: Ein einzigartiges Signalsystem
Männliche Amazonas-Flussdelfine üben eine ungewöhnliche Form der Kommunikation aus: Sie sprühen Urin in die Luft. Das Verhalten scheint Signale an andere Delfine zu übermitteln und möglicherweise die Duftmarkierung bei Landsäugetieren nachzuahmen. Andere Männchen suchen aktiv nach dem fallenden Urin, was auf einen bewussten Geruchsaustausch hindeutet. Diese Entdeckung unterstreicht die Vielfalt der Kommunikationsmethoden bei Wasserlebewesen. Sie eröffnet neue Wege zum Verständnis, wie Delfine durch komplexe soziale Hierarchien navigieren.
Vögel vereinen sich gegen Parasiten: Sammelalarmrufe
Es wurde festgestellt, dass mehr als 20 Vogelarten einen charakteristischen „jammernden“ Alarmruf verwenden, um sich gegenseitig vor der Anwesenheit von Kuckucken zu warnen. Diese parasitischen Vögel legen heimlich Eier in die Nester anderer Arten und entgehen so den elterlichen Pflichten. Die koordinierte Reaktion zeigt eine fortgeschrittene Form der kollektiven Intelligenz. Dieses Verhalten legt nahe, dass Vögel durch gemeinsame Stimmsignale spezifische Bedrohungen erkennen und darauf reagieren können.
Weberameisen: Teamwork jenseits der Stärke
Weberameisen weisen eine außergewöhnliche Kooperationsstärke auf. Sie bilden Ketten, um Gegenstände zu manipulieren, darunter Blätter zum Nestbau. Einzelne Ameisen können bis zum 60-fachen ihres eigenen Gewichts ziehen, aber wenn sie in Teams von 15 Personen arbeiten, können sie mehr als das 100-fache ihres Gesamtgewichts bewegen. Dies veranschaulicht die Kraft kollektiver Anstrengung in Insektengesellschaften. Die Ergebnisse unterstreichen, wie koordiniertes Handeln die körperlichen Fähigkeiten steigert.
Erstes Live-Filmmaterial eines kolossalen Tintenfischs: Ein junger Riese
Das Schmidt Ocean Institute hat die ersten Live-Aufnahmen eines riesigen Tintenfischs aufgenommen. Während bekannt ist, dass diese Kreaturen bis zu 7 Meter lang werden, handelte es sich bei der gefilmten Person um ein Jungtier mit einer Länge von nur 30 Zentimetern. Dieser seltene Einblick in das Leben in der Tiefsee liefert wertvolle Daten für die Untersuchung des Verhaltens von Tintenfischen. Die Entdeckung bestätigt, dass kolossale Tintenfische trotz der Fortschritte in der Meeresforschung schwer fassbar und kaum erforscht sind.
Oktopus-Illusion: Gemeinsame kognitive Macken mit Menschen
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Kraken auf die gleiche Weise wie Menschen durch visuelle Täuschungen getäuscht werden können. Ein Oktopus wurde getäuscht und glaubte, ein künstlicher Arm aus Gel sei sein eigener. Dies deutet auf eine grundlegende Ähnlichkeit in der Art und Weise hin, wie Kopffüßer und Menschen sensorische Informationen verarbeiten. Der Befund verwischt die Grenzen zwischen der Wahrnehmung von Wirbellosen und Wirbeltieren.
Diese Entdeckungen aus dem Jahr 2025 unterstreichen das Ausmaß dessen, was über das Verhalten von Tieren noch unbekannt ist. Jeder Fund stellt bestehende Annahmen in Frage und lädt zu einer tieferen Erforschung der kognitiven und sozialen Welten anderer Arten ein.


















