Die Ära des Auswendiglernens, Zurücksetzens und Wiederverwendens schwacher Passwörter geht zu Ende. Bis 2026 sollen Passkeys – eine sicherere und benutzerfreundlichere Authentifizierungsmethode – zum Standard für die Anmeldung bei Online-Konten werden. Bei diesem Wandel geht es nicht nur um Bequemlichkeit; Es ist eine direkte Reaktion auf das umfassende Scheitern herkömmlicher Passwörter angesichts immer ausgefeilterer Cyberangriffe.
Das Passwortproblem: Ein System, das zum Scheitern verurteilt ist
Aktuelle Passwortsysteme sind grundsätzlich fehlerhaft. Die Analyse von Verizon zeigt, dass erstaunliche 97 % der Passwörter leicht gehackt werden können, was gestohlene Zugangsdaten zu einem alltäglichen Gebrauchsgegenstand im Dark Web macht. Der Grund ist einfach: Die meisten Menschen verwenden entweder schwache Passwörter oder verwenden dasselbe für mehrere Konten, was ein leichtes Ziel für Hacker darstellt. Dies ist nicht nur ein technisches Problem; es ist ein menschliches. Es fällt den Menschen schwer, für jeden Dienst, den sie nutzen, sichere, eindeutige Passwörter zu erstellen und sich diese zu merken.
So funktionieren Passkeys: Eine sichere Alternative
Passkeys machen Passwörter vollständig überflüssig, indem sie kryptografische Schlüsselpaare nutzen. Wenn Sie ein Konto erstellen, wird ein öffentlicher Schlüssel an den Dienstanbieter (z. B. Ihre Bank) gesendet, während der private Schlüssel sicher auf Ihrem Gerät gespeichert bleibt.
So funktioniert es:
- Der Dienst sendet eine einzigartige kryptografische Herausforderung an Ihr Gerät.
- Sie authentifizieren sich mithilfe eines biometrischen Scans (Fingerabdruck, Gesichtserkennung) und entsperren so einen sicheren Chip auf Ihrem Gerät.
- Der private Schlüssel signiert die Herausforderung und sendet eine verifizierte Antwort an den Dienst zurück.
- Der Dienst bestätigt die Antwort mit dem öffentlichen Schlüssel und gewährt Ihnen Zugriff, ohne jemals ein Passwort zu benötigen.
Entscheidend ist, dass Ihre biometrischen Daten niemals Ihr Gerät verlassen, was den Datenschutz und die Sicherheit erhöht.
Branchenakzeptanz: Von Technologieriesen bis hin zu Regierungsbehörden
Große Unternehmen treiben den Wandel bereits voran. Microsoft kündigte im Mai 2025 an, dass neue Konten standardmäßig ohne Passwörter auskommen würden, und signalisierte damit sein Bekenntnis zu diesem neuen Standard. Andere Plattformen folgen diesem Beispiel und die Akzeptanz nimmt in verschiedenen Sektoren zu.
- Gaming: Roblox verzeichnete im zweiten Quartal 2025 einen 856 %igen Anstieg bei Passkey-Authentifizierungen, was die schnelle Integration der Technologie in beliebte Dienste unterstreicht.
- Öffentlicher Sektor: Sogar Regierungsbehörden wie die Bundesagentur für Arbeit übernehmen Passkeys und demonstrieren damit deren Nutzen über Verbraucheranwendungen hinaus.
Nach Angaben der FIDO Alliance werden bis 2026 voraussichtlich mehr als die Hälfte der 1000 größten Websites Passkeys unterstützen. Dabei geht es nicht nur um Sicherheit; es geht auch um Effizienz. Organisationen, die Passkeys verwenden, berichten von einer 81 %igen Reduzierung der passwortbezogenen IT-Supportanfragen, wodurch Abläufe rationalisiert und Kosten gespart werden.
Die Zukunft der Authentifizierung: Nahtlos und sicher
Die Umstellung auf Passkeys stellt eine grundlegende Änderung in der Art und Weise dar, wie wir auf digitale Dienste zugreifen. Es behebt die inhärenten Schwächen von Passwörtern und bietet ein sichereres, bequemeres und benutzerfreundlicheres Erlebnis. Da immer mehr Plattformen diese Technologie nutzen, wird die biometrische Authentifizierung zur Norm werden und Passwörter zu einem Relikt einer weniger sicheren Vergangenheit machen.
Diese Änderung ist nicht nur eine Frage des Zeitpunkts, sondern auch der Frage, wie schnell sich die Welt an eine Zukunft ohne Passwörter anpassen wird.
