Astronomen haben endlich das mysteriöse Verschwinden des Sterns ASASSN-24fw erklärt, der 3.200 Lichtjahre entfernt im Sternbild Monoceros liegt. Fast neun Monate lang verschwand dieser Stern – doppelt so groß wie unsere Sonne – aus dem Blickfeld, bevor er wieder auftauchte, was die Wissenschaftler verblüffte. Neue Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass ein massereicher Planet oder Brauner Zwerg, der von einem riesigen Ringsystem umgeben ist, den Stern verdunkelte und den größten Teil seines Lichts blockierte.
Das Geheimnis des verschwindenden Sterns
Ende 2024 begann ASASSN-24fw (benannt nach dem All Sky Automated Survey for Supernovae-Teleskop) auf ungewöhnliche Weise dunkler zu werden. Im Gegensatz zu typischen Dimmereignissen der letzten Wochen hielt dieses fast 200 Tage an. Dieses längere Verblassen deutete sofort darauf hin, dass etwas Außergewöhnliches im Spiel war.
Das Forscherteam unter der Leitung von Sarang Shah vom Interuniversitären Zentrum für Astronomie und Astrophysik in Indien schloss herkömmliche Erklärungen wie Staubwolken oder Sternfackeln aus. Computermodelle deuteten auf einen einzigen, dramatischen Schuldigen hin: ein großes Objekt, entweder ein Brauner Zwerg (ein „gescheiterter Stern“) oder ein Super-Jupiter-Planet, der das Licht des Sterns blockierte.
Ein Planetenringsystem im riesigen Maßstab
Die vorgeschlagene Lösung beinhaltet einen Braunen Zwerg oder Riesenplaneten, der von Ringen umgeben ist, die viel größer und dichter sind als die des Saturn. Diese Ringe erstrecken sich schätzungsweise 15,8 Millionen Meilen um das Objekt, etwa die Hälfte der Entfernung zwischen der Sonne und Merkur. Als dieses Ringsystem vor ASASSN-24fw vorbeizog, blockierte es etwa 97 % des Lichts des Sterns.
Diese Art von Ereignis ist äußerst selten, da es eine perfekte Ausrichtung zwischen dem Stern, dem Planeten/Braunen Zwerg und seinem Ringsystem erfordert. Die allmähliche Verdunkelung deutet darauf hin, dass die Außenkanten der Ringe dünn sind, während dichtere Bereiche die deutlichste Verstopfung verursachten. Es wird geschätzt, dass das versteckte Objekt mehr als die dreifache Masse des Jupiter wiegt.
Implikationen für exoplanetare Systeme
Diese Entdeckung unterstreicht, wie wenig wir über die Vielfalt der Planetensysteme außerhalb unseres eigenen wissen. Große Ringsysteme um massive Objekte sind theoretisch üblich, aber extrem schwer direkt zu beobachten. Dieses Ereignis bietet eine beispiellose Gelegenheit, ein derart komplexes System im Detail zu untersuchen.
Interessanterweise scheinen in der Nähe des Sterns selbst Trümmer übrig geblieben zu sein, was auf kürzliche oder anhaltende Kollisionen hindeutet. Das ist ungewöhnlich für einen über eine Milliarde Jahre alten Stern und deutet auf eine dynamische und chaotische Umgebung hin.
Zukünftige Beobachtungen
Astronomen sagen voraus, dass ASASSN-24fw in etwa 42 Jahren wieder dunkler wird, wenn das beringte Objekt zu seiner Orbitalposition zurückkehrt. Forscher planen, leistungsstarke Observatorien – darunter das Very Large Telescope in Chile und das James Webb-Weltraumteleskop – zu nutzen, um mehr Daten über Temperatur, Zusammensetzung und Alter des Sterns zu sammeln.
Das Team entdeckte außerdem zufällig einen Roten Zwergstern in der Nähe von ASASSN-24fw, was diesem bereits faszinierenden System eine weitere Ebene der Komplexität hinzufügte. Dieses seltene Ereignis bietet eine einzigartige Gelegenheit, diese Phänomene im Detail zu untersuchen.
