Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass es sich bei der jüngsten vulkanischen Aktivität auf dem Mars nicht um eine Reihe einfacher Eruptionen handelte, sondern um einen längeren und sich entwickelnden Prozess, der von komplexen unterirdischen Magmasystemen angetrieben wurde. Die von Dr. Bartosz Pieterek von der Adam-Mickiewicz-Universität geleitete Studie bietet beispiellose Details zur vulkanischen Entwicklung von Pavonis Mons, einem der größten Vulkane auf dem Roten Planeten.
Langlebige magmatische Systeme
Seit Jahrzehnten versuchen Planetengeologen zu verstehen, wie Gesteinsplaneten wie Mars und Erde ihre Oberflächen aufbauen und umgestalten. Diese neue Studie zeigt, dass selbst während der letzten Vulkanperiode des Mars die Magmasysteme unter der Oberfläche bemerkenswert aktiv und komplex blieben.
Die Forschung stellt die Vorstellung in Frage, dass Vulkanausbrüche isolierte Ereignisse seien. Stattdessen deutet es darauf hin, dass viele Eruptionen das Ergebnis langfristiger Prozesse tief unter der Erde sind, wo sich Magma über längere Zeiträume bewegt, entwickelt und verändert.
Rekonstruktion der vulkanischen Evolution
Forscher kombinierten detaillierte Oberflächenkartierungen mit orbitalen Mineraldaten, um die vulkanische Geschichte südlich von Pavonis Mons zu rekonstruieren. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das Vulkansystem über mehrere Eruptionsphasen hinweg entwickelt hat, beginnend mit dem Fließen der Lava durch Spalten und später mit der Verlagerung zu kegelförmigen Schloten.
Trotz der unterschiedlichen Erscheinungsformen dieser Lavaströme an der Oberfläche wurden sie alle von demselben zugrunde liegenden Magmasystem gespeist. Jede Phase hinterließ eine eindeutige Mineralsignatur, die es Wissenschaftlern ermöglichte, zu verfolgen, wie sich das Magma im Laufe der Zeit veränderte.
Sich entwickelndes Magma
„Diese Mineralunterschiede sagen uns, dass sich das Magma selbst entwickelt hat“, erklärte Dr. Pieterek. „Dies spiegelt wahrscheinlich Veränderungen in der Tiefe wider, in der das Magma entstand und wie lange es unter der Oberfläche gelagert wurde, bevor es ausbrach.“
Die Ergebnisse sind besonders bedeutsam, da eine direkte Probenahme von Marsvulkanen derzeit nicht möglich ist. Orbitalbeobachtungen, wie sie in dieser Studie verwendet wurden, bieten seltene Einblicke in die innere Struktur und Entwicklung des Planeten.
Diese Forschung unterstreicht die Fähigkeit von Orbitalbeobachtungen, verborgene Komplexität in Vulkansystemen aufzudecken, nicht nur auf dem Mars, sondern auch auf anderen Gesteinsplaneten.
Die Studie wurde am 29. Januar 2026 in der Zeitschrift Geology veröffentlicht. (DOI: 10.1130/G53969.1)
Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass das Verständnis der unterirdischen Magmasysteme für die genaue Interpretation der Vulkangeschichte des Mars von entscheidender Bedeutung ist. Das bedeutet, dass frühere Einschätzungen der vulkanischen Aktivität auf dem Mars möglicherweise die Komplexität der inneren Dynamik des Planeten unterschätzt haben.
