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Alte chinesische Fossilien zeigen, dass sich Tiere viel früher entwickelt haben als bisher angenommen

Eine bahnbrechende Entdeckung im Südwesten Chinas zwingt Wissenschaftler dazu, die Zeitachse des Lebens auf der Erde neu zu zeichnen. Eine riesige Sammlung von über 700 Fossilien aus der Jiangchuan-Biota zeigt, dass sich komplexe Tiergruppen – einschließlich der entfernten Vorfahren der Wirbeltiere – bereits Millionen von Jahren früher diversifizierten, als der aktuelle Fossilienbestand vermuten lässt.

Überbrückung der evolutionären Kluft

Seit Jahrzehnten kämpfen Paläontologen darum, das „fehlende Bindeglied“ zwischen zwei entscheidenden Epochen zu verstehen: der Ediacaran-Zeit, die durch seltsame, weichkörperige Organismen gekennzeichnet war, und der Kambrium-Zeit, in der die Zahl moderner Tiergruppen explosionsartig zunahm.

Bisher erschien der Übergang zwischen diesen beiden Perioden abrupt und mysteriös. Allerdings stellen die neu analysierten Fossilien, die zwischen 554 und 539 Millionen Jahre alt sind, eine seltene „Übergangsgemeinschaft“ dar. Diese Entdeckung legt nahe, dass die biologischen Grundlagen für einen Großteil des modernen Lebens bereits im Ediacara gelegt wurden und nicht plötzlich im Kambrium auftauchten.

Warum diese Entdeckung wichtig ist: Der Erhaltungsfaktor

Die Bedeutung dieses Fundes liegt nicht nur darin, was gefunden wurde, sondern auch darin, wie es konserviert wurde.

Die meisten Ediacara-Fossilien werden als einfache Abdrücke im Sandstein gefunden, der oft keine feinen anatomischen Details wiedergibt. Im Gegensatz dazu sind die Jiangchuan-Fossilien als kohlenstoffhaltige Filme erhalten. Diese Konservierungsmethode ist viel detaillierter – ähnlich dem berühmten Burgess-Schiefer in Kanada – und hat es Forschern ermöglicht, komplexe biologische Strukturen zu identifizieren, die für die Wissenschaft bisher unsichtbar waren.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass das scheinbare Fehlen dieser komplexen Tiergruppen an anderen Ediacara-Standorten möglicherweise eher auf Unterschiede in der Erhaltung als auf echte biologische Abwesenheit zurückzuführen ist“, bemerkt Dr. Ross Anderson von der Universität Oxford.

Dies impliziert, dass diese Tiere zwar auf der ganzen Welt existiert haben, uns aber bislang einfach die „perfekten geologischen Bedingungen“ fehlten, um sie zu sehen.

Wichtige evolutionäre Durchbrüche

Die Jiangchuan-Biota enthält mehrere Abstammungslinien, die unser Verständnis der frühen Evolution neu definieren:

  • Die Vorfahren der Wirbeltiere: Die Website enthält die ältesten bekannten Verwandten der Deuterostome, der riesigen Gruppe, zu der Menschen, Fische und andere Wirbeltiere gehören.
  • Ambulacraria: Forscher identifizierten Fossilien früher Verwandter von Seesternen und Seegurken. Diese Organismen hatten U-förmige Körper und Stiele, mit denen sie sich am Meeresboden verankerten.
  • Die Chordate-Verbindung: Das Vorhandensein dieser Ambulacrarianer deutet stark darauf hin, dass Chordates – die Abstammungslinie, die zu Tieren mit Rückgrat führt – in dieser Zeit ebenfalls existiert haben muss.
  • Verschiedene Lebensformen: Die Ansammlung umfasst auch wurmartige Tiere mit komplexen Fressmechanismen und seltene Exemplare, die als frühe Kammquallen interpretiert werden.

Eine neue Sicht auf die Erdgeschichte

Die schiere Vielfalt anatomischer Merkmale, die in diesen Fossilien gefunden werden – von denen viele keiner bekannten Art aus der Ediacara- oder Kambrium-Zeit entsprechen – lässt auf einen viel komplexeren und „überfüllteren“ alten Ozean schließen, als bisher angenommen wurde.

Durch die Aufdeckung dieser Übergangsformen schlägt die in Science veröffentlichte Forschung eine dringend benötigte Brücke in der Geschichte des Lebens und beweist, dass die „Explosion“ der Tiervielfalt eher ein allmählicher Prozess der Verfeinerung als ein plötzliches biologisches Wunder war.


Schlussfolgerung: Die Entdeckung der Jiangchuan-Biota beweist, dass komplexe Tierlinien, einschließlich derjenigen, die zum Menschen führten, während der Ediacara-Zeit gut etabliert waren, was darauf hindeutet, dass die Geschichte des Lebens viel älter und kontinuierlicher ist als bisher dokumentiert.

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