Astronomen haben ein beeindruckendes Bild von zwei alternden Sternen aufgenommen, die einen ungewöhnlichen, eiförmigen Nebel formen, während sie sich dem Ende ihres Sternlebens nähern. Die Beobachtung, die mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte durchgeführt wurde, enthüllt ein Doppelsternsystem – AFGL 4106 – im Herzen einer leuchtenden, staubigen orangefarbenen Wolke.
Das Stellar-Duo im Mittelpunkt
Das Bild zeigt zwei dunkle Flecken, die die massereichen Sterne in ihrer Umlaufbahn darstellen. Die meisten Sterne in unserer Galaxie existieren in Mehrsternsystemen und nicht isoliert wie unsere Sonne; Schätzungen zufolge sind bis zu 85 % aller Sterne Doppelsterne oder existieren in Systemen mit drei oder mehr Sternen. Diese Sterne wurden als Paar geboren und stoßen nun am Ende ihres Lebenszyklus immer schneller Gas und Staub aus.
Die Dunkelheit der Sterne im Bild ist kein Mangel an Licht, sondern vielmehr eine Überlastung: Ihre extreme Helligkeit übersättigte die Detektoren des Teleskops. Um den schwachen umgebenden Nebel sichtbar zu machen, verwendeten Astronomen das SPHERE-Instrument am VLT, das für die Bewältigung extremer Lichtkontraste und die Korrektur atmosphärischer Verzerrungen ausgelegt ist.
Warum der Nebel wie ein Ei geformt ist
Was diese Szene besonders bemerkenswert macht, ist die verzerrte, eiartige Form des umgebenden Gases und Staubs. Im Gegensatz zu den perfekten Kugeln, die man oft in Nebeln sieht, wird diese Verzerrung wahrscheinlich durch die Anziehungskraft des Begleitsterns verursacht. Diese Beobachtung liefert direkte Beweise dafür, dass Sternpaare die Art und Weise, wie Sterne sterben, dramatisch verändern können, anstatt sich einfach nur gleichmäßig nach außen auszudehnen.
Die besondere Form des Nebels unterstreicht, wie komplex und unvorhersehbar die Sternentwicklung sein kann, insbesondere wenn Sterne in enger Partnerschaft existieren. Das Bild dient als lebendige Erinnerung daran, dass selbst in der Weite des Weltraums Schwerkraft und Sterninteraktion wunderschöne, aber dennoch chaotische Formationen schaffen.




















