Digitalisierung des RAU-Herbariums: Erschließung einer 200-jährigen Aufzeichnung der britischen Biodiversität

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Jahrhundertelang standen getrocknete Pflanzen still auf Regalen. Sie wurden gepresst, von Hand beschriftet und weitgehend vergessen. Jetzt bricht dieses Schweigen.

Die Royal Agricultural University (RAU) mit Sitz in Cirencester, Gloucestershire, wandelt ihre historische britische Biodiversitätssammlung in digitale Daten um. Über 10.000 Exemplare werden fotografiert und katalogisiert. Dabei geht es nicht nur darum, Papier zu sparen. Es geht darum, eine „verborgene“ Zeitkapsel freizuschalten.

Der Einsatz? Höher als den meisten Menschen bewusst ist.

Warum dieses „verborgene“ Erbe wichtig ist

Stellen Sie sich eine Bibliothek vor, in der die Bücher keinen Index haben. Man könnte Jahre damit verbringen, durch Stapel zu wühlen und zu erraten, was sich darin befindet. Das war das RAU-Herbarium.

Dr. Kelly Hemmings von der RAU bringt es auf den Punkt. Ohne die Digitalisierung hätten Forscher keine andere Möglichkeit, herauszufinden, was sich in der Sammlung tatsächlich befand, als handschriftliche Blätter manuell zu lesen. Es handelte sich um eine „reiche Datenflut“, die praktisch unter ihrem eigenen Gewicht begraben war.

Jetzt? Es ist zugänglich.

Das Ziel ist nicht nur Sichtbarkeit. Es ist Wirkung. Hemmings sagt, dass dieser Wandel dem Herbarium eine „globale Wirkung in der Forschung“ ermöglichen wird. Warum ist das wichtig? Denn diese Exemplare sind lebende Aufzeichnungen eines sich verändernden Planeten.

Sie bieten Hinweise für:
* Strategien zur Anpassung an den Klimawandel.
* Lebensraummanagement im 21. Jahrhundert.
* Genetische Verfolgung einheimischer Arten.

Die Möglichkeiten erweitern sich noch weiter. Aber die Kernwahrheit ist einfach: Daten, die Sie nicht finden können, können Sie nicht verwenden.

Das Ausmaß des nationalen Projekts

Diese lokalen Bemühungen finden nicht im luftleeren Raum statt. Das RAU-Projekt ist Teil eines umfangreichen nationalen Programms zur Digitalisierung von Aufzeichnungen über die biologische Vielfalt im Vereinigten Königreich. Die Zahl ist atemberaubend: 155 Millionen Pfund.

Das Ziel? Verknüpfung von rund einer Million Exemplaren aus verschiedenen britischen Sammlungen.

Denken Sie an die Logistik. Eine Million Exemplare. Jedes erfordert eine sorgfältige Handhabung, hochauflösende Bildgebung und die Erfassung von Metadaten. Es ist eine digitale Rettungsmission.

Herbariumblätter selbst sind eine alte Technologie. Sie haben ihren Ursprung im Italien des 15. Jahrhunderts. Bei richtiger Konservierung halten sie Hunderte von Jahren. Es handelt sich im Wesentlichen um zweidimensionale Fossilien des Pflanzenreichs.

Indem wir sie digitalisieren, bewahren wir nicht nur das physische Objekt. Wir bewahren seine Informationen in einem Format auf, das sofort geteilt, verglichen und analysiert werden kann.

Die Darwin-Verbindung

Nicht jedes Regal hat eine so schwere Geschichte. Die RAU-Sammlung umfasst Exemplare aus dem Jahr 1797. Viele stammen aus der Region und stammen direkt aus Gloucestershire.

Aber einige tragen einen Namen, der in der Wissenschaftsgeschichte nachhallt.

Samuel Pickworth Woodward. Im 19. Jahrhundert war er Professor an der Hochschule. Ein Geologe. Und vor allem ein Korrespondent von Charles Darwin.

Warum ist Woodward für Ihre Suchergebnisse oder Ihr Wissenschaftsprojekt wichtig? Weil seine Sammlung eine Grundlage bietet. Eine Momentaufnahme der britischen Pflanzenwelt, bevor die Industrielandschaft sie grundlegend veränderte.

„Bis zur Digitalisierung ist diese reiche Datenflut praktisch ein ‚verborgenes Naturerbe‘